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Heilfasten - Mobilisierung neuer Abwehrkräfte


Bedingung für das menschliche Leben war, sich dem schwankenden Nahrungsangebot durch Depotbildung anpassen zu können. Der moderne Mensch in den reichen Industrieländern muss nicht mehr regelmäßig hungern.


Mit dem Heilfasten kehrt er gewissermaßen in diesen saisonal bedingten Urzustand zurück. Denn durch ungesunde Ernährung wird unser Stoffwechsel verlangsamt. Daraus entstandene Abfallprodukte werden nicht mehr vollständig aus dem Körper geleitet und lagern sich in den Organen ein. Aber nur wenn Leber, Nieren und Darm ohne Störungen arbeiten, ist der Körper in der Lage, sich gegen Angreifer von außen zur Wehr zu setzen und sich selbst zu heilen. Der Körper verwendet nun die ganze Kraft auf den inneren Reinigungsprozess: Er entgiftet und erneuert dabei die Zellen. Eine Fastenkur wirkt sich positiv auf unseren Körper und die Seele aus.

Heilfasten ist mehr als "Nicht-Essen". Es beugt Krankheiten vor und gilt als bewährtes Therapieverfahren


· bei chronischen Erkrankungen,

· Infektionskrankheiten,

· Allergien,

· Migräne,

· Hautkrankheiten,

· Darmerkrankungen,

· bei Herz-Kreislaufproblemen.

· Außerdem wird das Immunsystem angeregt und hilft dem Körper Giftstoffe loszuwerden.


Ab dem vierzigsten Lebensjahr ist eine regelmäßige Fastenkur auch als Prophylaxe für Gesunde zu empfehlen. Risikofaktoren wie erhöhte Cholesterin-, Harnsäure- und Blutfettwerte werden gesenkt und der Blutdruck kann sich normalisieren. Zum Abnehmen ist das Heilfasten nicht geeignet, hier ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung die bessere Empfehlung. Während des Heilfastens senkt der Körper seinen Energiebedarf und deckt ihn aus seinen Vorräten. Zwischen Hungern und Fasten gibt es einen wesentlichen Unterschied, Hunger tritt meistens im Zusammenhang mit Umweltkatastrophen und Situationen auf, die von Unglück und Leid begleitet werden. Beim Heilfasten kann es zu einem Stimmungshoch kommen, bedingt durch die vermehrte Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin.

Der Ablauf


Am Tag vor dem Fastenbeginn sollte bereits kalorienarm gegessen werden. Leichte Speisen wie Rohkost, gedünstetes Gemüse, Suppen, Reis und Müsli. Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, Nikotin sollten nicht mehr konsumiert werden. Die ersten drei Fastentage bezeichnet man als Hungerphase. Während dieser Zeit kommt es zu einer Umstellung des Stoffwechsels, der Körper baut die Kohlenhydratreserven ab, es kommt zu einer Senkung des Blutzuckers. Der Fastende verspürt in dieser Zeit eine leichte körperliche Schwäche. Dagegen hilft Tee mit etwas Honig. Nach dieser Eingangsphase setzt die so genannte Plateauphase ein, in der Fettvorräte abgebaut werden. Da Fettsäuren anstelle von Glucose verbrannt werden, kommt es zu einer sauren Stoffwechsellage, die durch Gemüsesuppe oder Brühe gemildert werden kann. Es ist wichtig, während des Heilfastens ausreichend zu trinken (mindestens 2,5 Liter pro Tag), um alle Giftstoffe auszuleiten. Erlaubt sind Wasser, ungesüßte Tees sowie ein bis zwei Gläser Obstsaft pro Tag. Außerdem liefert klare, frisch gekochte Gemüsebrühe wichtige Nährstoffe und Vitamine.

Wie helfe ich dem Körper beim Entgiften?


Um den Körper beim Entgiften zu unterstützen, kann jeden 2. Tag abgeführt werden. Am besten eignet sich hier ein Einlauf mit körperwarmem Wasser, gegebenenfalls mit Kamillenzusatz oder Bio-Kaffee.


Die Leber, die beim Abtransport der Giftstoffe Schwerstarbeit leistet, kann durch tägliche Leberwickel entlastet werden.

So macht man einen Leberwickel:

1. Ein kleines, mit warmem Wasser (besser noch mit warmem Schafgarbentee) befeuchtetes Handtuch auf die rechte Seite des Oberbauches (Rippenbogen) legen.

2. Darauf kommt eine heiße Wärmflasche, zum Schluss ein großes trockenes Handtuch um den Körper wickeln.

3. 30 Min. auf dem Sofa entspannen.


Lange Spaziergänge und Wanderungen halten den Körper fit und unterstützen die Entgiftung. Da wir auch über die Haut Schadstoffe ausscheiden, tut uns frische Luft besonders gut. Ebenso wichtig wie Bewegung sind Ruhephasen. Am besten fasten wir im Urlaub, dann kann sich der Körper ausreichend Schlaf holen - denn Heilfasten kostet Kraft.


Während der ganzen Fastenzeit empfiehlt sich die Einnahme eines guten Vitaminpräparates (mit hoher Bioverfügbarkeit).


Gegen Magenschmerzen helfen ein bis zwei Löffel Heilerde (z. B. aus der Apotheke).


Auch therapeutische ätherische Öle wirken unterstützend. Zitrone, Oregano, Thymian, Teebaum, Zitronengras, Wacholder und Pfefferminz wirken z. B. reinigend. Ingwer, Zimt, Zitrone und Pfefferminz helfen gegen das Hungergefühl. Lavendel erleichtert das Einschlafen und entspannt.


Im Anschluss wird der Darm mit Probiotika – Mikroorganismen – aufgebaut. Hierzu berate ich dich gerne.


Richtig Heilfasten: Plan für eine einwöchige Kur

Du solltest sieben Tage für die Kur einplanen, wahlweise auch zehn bis 14.

Tag 1: Entlastungstag

Ein Reistag stimmt dich auf die Fastenkur ein. Wenn du 150 Gramm Vollkornreis 25 Minuten kochst, hast du drei Portionen (je 50 Gramm) für den ganzen Tag.


Frühstück:

  1. Einen Apfel vierteln und entkernen, in Spalten schneiden und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze weich dünsten.

  2. Eine Portion Reis hinzugeben. Mit etwas Zimt würzen.

Mittag/Abendessen:

  1. Je nach Geschmack gedünstete Zwiebelviertel, Tomatenspalten und Zucchini zum Reis hinzugeben.

  2. Mit Pfeffer würzen und frische Kräuter wie Basilikum, Thymian und Salbei mit in die Pfanne geben.

  3. Zum Schluss mit klein gehackter Petersilie bestreuen.

Tag 2-6: Entgiften

Am Morgen des ersten Fastentages sollte abgeführt werden. 30-40g Glaubersalz je nach Gewicht (Natriumsulfat) in 0,5 bzw. 0,75 Liter Wasser aufgelöst und innerhalb 20 Minuten getrunken. 30 Minuten nach der Glaubersalzeinnahme wird 1l Wasser oder Tee nach getrunken

Alternativ kann auch mit 1 bis 2 Teelöffel Bittersalz (Magnesiumsulfat) in 0,25 Liter Wasser abgeführt werden oder mit einem Einlauf.

Wichtig: Während der gesamten Kur mindestens 2,5 Liter Wasser, Kräutertee, klare Gemüsebrühe (mittags) sowie ein bis zwei Gläser Obst- oder Gemüsesaft pro Tag trinken. Auf diese Weise nimmst du etwa 250 Kilokalorien zu dir.


Zutaten für die Gemüsebrühe:

Zubereitung:

1. Das Gemüse schälen, in kleine Stücke schneiden und mit dem Wasser und den Kräutern zum Kochen bringen.

2. Die Brühe auf kleinster Flamme max. 30 Minuten köcheln lassen. Rund 80 Prozent des Gemüses durch ein feines Sieb abseihen, nicht verwenden (evtl. einfrieren). Den Rest kann man pürieren und wieder in die Brühe geben. Nach Buchinger verwendet man ausschließlich die klare Brühe ohne Einlage. Hier wird die Einlage erst an den Aufbautagen verwendet.

Du kannst die Fastensuppe gut auf Vorrat zubereiten – so musst du nicht jeden Tag kochen. Im Kühlschrank hält sich die Suppe gut verschlossen bis zu einer Woche frisch. Wichtig ist, dass du sie vor dem Verzehr aufwärmst. Verwende für die Fastensuppe am besten nur Zutaten in Bio-Qualität. Auf diese Weise vermeidest du Lebensmittel, die mit synthetischen Pestiziden belastet sind.


Tag 7: Körper umgewöhnen

Am Tag des Fastenbrechens wird der Körper wieder langsam an feste Nahrung gewöhnt. Das gelingt dir nach dem Heilfasten am besten mit möglichst leichter Kost.

Frühstück: 1/4 Liter Kräutertee trinken.

Mittags: Einen Apfel essen.

Nachmittags: Etwas Obst und einen Kräutertee mit Honig und Zitrone trinken.

Abends Kartoffelsuppe:

1. Eine mittelgroße Kartoffel und 160 Gramm Gemüse schälen, klein schneiden und in einem Topf mit einem Teelöffel Butter anschwitzen lassen.

2. 300 Milliliter Wasser hinzugeben, salzen, 30 Minuten kochen.

3. Im Mixer pürieren und frische Kräuter hinzufügen.

4. Mit Salz und Muskat abschmecken.


Als weitere Aufbaukost eignet sich eine leichte ovo-lacto-vegetarische Kost, faserstoffreich (Vollgetreide, Backpflaumen, Leinsamen) nach individueller Verträglichkeit, ungesättigte Pflanzenöle (z.B. kalt gepresstes Olivenöl) und frisches Obst und Gemüse.


Alternativen zum klassischen Heilfasten

Basenfasten - Sanfter Fasten mit Obst und Gemüse

Wer während des Heilfastens arbeiten muss oder sich Sorgen macht, die Kur nicht durchzuhalten, kann eine sanftere Methode wählen, das sogenannte Basenfasten. Dabei sind täglich drei bis fünf kleine Mahlzeiten aus Obst und Gemüse erlaubt. Auf Getreide und tierische Produkte wird verzichtet. Auch das Basenfasten hat eine entgiftende Wirkung.


Intervallfasten

Wenn du mit dem Fasten vor allem Gewicht verlieren möchtest, kannst du beispielsweise das 16:8-Intervallfasten ausprobieren. Auch das Intervallfasten hat gesundheitliche Vorteile. Studien haben gezeigt, dass Intervallfasten offenbar auch vor Diabetes (Typ-2) und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen kann.

Der entscheidende Unterschied von Intervallfasten zu längeren Fastenkuren oder Crash-Diäten: Der Stoffwechsel wird nicht gedrosselt, die Muskelmasse nicht abgebaut. Das ist sehr wichtig, denn dadurch wird der gefürchtete Jo-Jo-Effekt vermieden.

Durch das Fasten kommt es außerdem zu heilsamen biochemischen Veränderungen im Körper, etwa zu einem verbesserten Zucker- und Fettstoffwechsel: Es werden Stoffe ausgeschüttet, die Entzündungen dämpfen können.


Welche Methoden gibt es beim Intervallfasten?

Beim Intervallfasten kann man zwischen zwei Varianten wählen:


16:8-Methode: Zwischen der letzten Mahlzeit des Vortages und der ersten Mahlzeit des Tages liegen 16 Stunden. In den acht Stunden, in denen man essen darf, werden zwei Mahlzeiten zu sich genommen.

5:2-Methode: An fünf Tagen in der Woche wird normal gegessen und an zwei Tagen fast nichts: Frauen 500 bis 800 Kalorien, Männer 600 bis 850 Kalorien. Dazu gilt es, viel Kalorienfreies zu trinken. Schnell verdauliche Kohlenhydrate wie Weizenbrot, Nudeln, Kartoffeln und Zucker sind an den Fastentagen ganz zu meiden. So lernt der Körper, von seinen Reserven zu leben.

Viel Spaß beim Fasten!

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